Förderpreis für ambulante Palliativversorgung

Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) verleiht seit dem Jahr 2008 zur Anerkennung des besonderen Engagements bzw. zur Förderung von Initiativen und Projekten im Rahmen der ambulanten Palliativversorgung den von Grünenthal Deutschland gestifteten „Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung“. Der Preis kann an alle in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen vergeben werden. „Anerkennungs- und Förderpreis“ bedeutet, dass damit schon geleistetes besonderes Engagement in der ambulanten Palliativversorgung anerkannt werden soll, aber gleichzeitig auch eine zukünftige Weiterführung gefördert wird. Der Nachweis dazu muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Palliativpreis 2019

v.l.n.r.: Katja Goudinoudis, Ruth Burchard, Anita Ptok, Kai Martens, Dr. Christiane Kreyer, Gerda Graf, PD Dr. Sabine Pleschberger. Foto: stefan-zeitz.de

Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“: DGP verleiht zwei gleichwertige erste Preise

Berlin, 12. September 2019 – Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum zwölften Mal den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung“ verliehen.

Im Rahmen des Festaktes zum 25-jährigen Jubiläum der Fachgesellschaft wurden in Berlin zwei gleichwertige erste Preise für die beiden Arbeiten vergeben, die sich nach Bewertung der DGP-Jury entlang der Kriterien Relevanz, Originalität, Realisierung und Qualitätssicherung als preiswürdig erwiesen haben. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet.

Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker betonte: „Die frühzeitige bedürfnis- und kultursensible Unterstützung von schwerkranken Menschen mit Migrationshintergrund wie auch von Angehörigen steht im Fokus zweier unterschiedlicher, gleichermaßen hoch relevanter und zu Recht mit dem Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“ ausgezeichneter Arbeiten.“

1. Preis:
Gerda Graf, Dr. Christiane Kreyer, PD Dr. Sabine Pleschberger: KOMMA - Kommunikation mit Angehörigen. Projekt zur Entwicklung der Angehörigenarbeit in der häuslichen Hospiz- und Palliativversorgung.

Die eingereichte Arbeit beschreibt ein sehr gutes, innovatives und vor allem anwendungs-orientiertes Konzept/Projekt, bei dem Angehörige und somit eine wesentliche Zielgruppe im Fokus stehen. Das Projekt hat Modellcharakter und kann Multiplikator für weitere Bereiche sein. Der Preis kann dazu dienen, das Projekt auszubauen und das Anliegen weiter voranzubringen.

Preisträger KOMMA

v.l.n.r.: Kai Martens, Geschäftsleiter Grünenthal Deutschland, PD Dr. Sabine Pleschberger, Gerda Graf, Prof. Dr. Gerhild Becker, Jurypräsidentin, Dr. Christiane Kreyer, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP. Foto: stefan-zeitz.de

1. Preis:
Anita Ptok, Martina Schwingenstein, Ruth Burchard, Katja Goudinoudis: Interkulturelle Hospizbegleitung. Ein Gemeinschaftsprojekt des Caritas Projekts „Ehrenamtliche Kulturdolmetscher/-innen / Bürgerschaftliches Engagement“ und des Caritas Zentrums für Ambulante Hospiz- und PalliativVersorgung.

Das Projekt widmet sich einer relevanten und alltäglichen Herausforderung der Versorgung und ist innovativ, praxisrelevant und übertragbar. Besonders der Ansatz, nicht nur deutsche Hospizhelfer*innen für die Kultur von Migranten zu sensibilisieren, sondern bei Menschen mit Migrationshintergrund anzusetzen und diese für die Hospizidee zu begeistern, ist positiv zu erwähnen und kann als Modell auch für andere Projekte dienen. Weiterhin ist auch die Nachhaltigkeit des Projektes positiv zu bewerten. Der Preis kann als Motor dienen, um das Projekt in die Breite zu tragen und in der Multiplikatorfunktion zu unterstützen.

Preisträger Hospitzbegleitung

v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP, Anita Ptok, Prof. Dr. Gerhild Becker, Jurypräsidentin, Katja Goudinoudis, Ruth Burchard, Kai Martens, Geschäftsleiter Grünenthal Deutschland. Foto: stefan-zeitz.de

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, unterstrich, wie dankbar die DGP für die langjährige Förderung durch den Stifter sei, mit dessen Hilfe im Jahr 2019 ein Konzept ausgezeichnet werden könne, welches die Kommunikation mit den Angehörigen in den Fokus stelle: „Die Familie ist wesentlicher Quell der Unterstützung für den schwerkranken Menschen, gleichzeitig selbstverständlich aber ebenfalls sehr von der Situation betroffen.“ Das zweite Projekt ergänze in gelungener Weise die Bemühungen der DGP, auf ihrer in neun Sprachen zur Verfügung stehenden Online-Plattform „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“ migrations-spezifische Angebote auf allen Ebenen auszuweisen.

Kai Martens, Geschäftsleiter des Stifters Grünenthal Deutschland, ist der Meinung, dass der Förderpreis ungeachtet vieler Fortschritte und verbesserter Rahmenbedingungen in der Palliativversorgung nichts von seiner Relevanz eingebüßt hat: „Immer noch ist häufig das individuelle Engagement der Menschen entscheidend, um die Palliativversorgung vor Ort ganz konkret voranzubringen. Deswegen ist es sehr erfreulich, dass wir auch in diesem Jahr wieder zwei Preisträgerprojekte fördern und unterstützen können, deren Konzepte sich auch auf andere Regionen übertragen lassen.“

Über die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
Die 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin steht für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung aller in der Palliativmedizin Tätigen und verzeichnet mehr als 5.800 Mitglieder aus der Medizin, der Pflege und weiteren in der Palliativversorgung tätigen Berufsgruppen. Anliegen der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ist es, die Fortentwicklung der Palliativmedizin interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend auf allen Ebenen zu fördern. Weitere Informationen unter: www.palliativmedizin.de

 
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