Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

Mehr Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin finden Sie unter:

Förderpreis für ambulante Palliativversorgung

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V., Berlin –
Stifter: Grünenthal GmbH, Aachen

Mit der im Dezember 2007 veröffentlichten Richtlinie zur Verordnung von spezialisierter Palliativversorgung wurde der Startschuss für einen flächendeckenden Ausbau der Strukturen in Deutschland gegeben. Auf dieser Grundlage werden in Deutschland neue Palliativnetze entstehen, die auf dem Engagement und der Zusammenarbeit von Palliativärzten, Hausärzten, Pflegediensten und weiteren Gruppen basieren.

Seit 2008 verleiht Grünenthal zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin den Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung. Die eingereichten Projekte sollen einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung darstellen und über den eigenen Bereich hinaus wirken. Der Nachweis dazu muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Arbeiten können von allen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen eingereicht werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“: DGP verleiht drei gleichwertige erste Preise

Bremen, 7. September 2018. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum elften Mal den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung“ verliehen. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet. Im Rahmen des 12. Kongresses der DGP in Bremen wurden am 7. September drei gleichwertige erste Preise verliehen.

Drei Arbeiten haben sich nach Bewertung der DGP-Jury entlang der Kriterien Relevanz, Originalität, Realisierung und Qualitätssicherung als preiswürdig erwiesen, Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker betont: „Die drei Arbeiten liegen dicht beieinander, zeigen Qualität, sind innovativ und fokussieren unterschiedliche Bereiche, deren Bearbeitung für die ambulante Palliativversorgung essentiell ist.“

1. Preis:
Mag. Phil. Psych. H. Snela, Dipl. Komm. M. Snela-Deschermeier, B. Stecher M.A., Prof. Dr. med. S. Lorenzl, Prof. Dr. M. von Brück: Ambulante Palliativversorgung in der Hospiz-Gemeinschaft Domicilium – Entwicklung und Vision
Die Arbeit bzw. das Projekt zeichnet sich besonders darin aus, dass eine Alternative zum klassischen Hospiz dargestellt und mit der ambulanten betreuten Wohngemeinschaft eine Entlastung besonders für die ländliche Region geschaffen wird. Neben der alternativen Wohnform bietet das Projekt eine Anlaufstelle für die Bevölkerung und Fort- und Weiterbildung rund um das Thema Sterben und Tod an. Besonders für den ländlichen Raum wird diese Arbeit als innovativ und praxiswirksam gewertet.

1. Preis:
Dr. med. Dr. phil E. Eichner, M. Hillebrand: Aufbau und Entwicklung einer abgestuften Palliativversorgung in der Region Augsburg durch einen Vertrag nach § 140a SGB V: integrierte Allgemeine Palliativversorgung (i- APV)
Die Arbeit stellt ein weittragendes Konzept vor, welches alle wesentlichen AkteurInnen der ambulanten Palliativversorgung vernetzt und entwickelt. Das Ziel ist eine bedarfsgerechte und abgestufte ambulante Palliativversorgung. Vorgeschlagen wird eine zusätzliche Zwischenebene zwischen AAPV und SAPV. Die AutorInnen finden pragmatische Lösungen für Finanzierung und Umsetzung. Das Projekt wird als interessante Auseinandersetzung mit einer relevanten Fragestellung durch engagierte Menschen im Rahmen eines methodisch fundierten Projektes ausgezeichnet.

1. Preis:
Michaela Hach, Fachverband SAPV Hessen e.V.: Qualitätssicherung in der SAPV Hessen
Die Arbeit setzt die Qualitätssicherung der SAPV in den Fokus. Die AutorInnen haben das Thema umfassend bearbeitet und dargestellt. Das Modell ist gut auf andere Regionen übertragbar und ist praxiswirksam. Besonders im Rahmen der Diskussionen um das Vergaberecht ist es notwendig, die Qualität der SAPV zu sichern, zu definieren und zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeit als hochaktuell, notwendig und als Bereicherung bewertet. Die Arbeit bietet einen Ausgangspunkt, um die Qualitätsdiskussion der SAPV weiter voranzubringen. „Nach dem zehnjährigen Jubiläum im vergangenen Jahr freue ich mich sehr, dass wir die gute Tradition des Anerkennungs- und Förderpreises für Ambulante Palliativversorgung auch in diesem Jahr fortführen“, freute sich Myriam Heine, Medical Director Grünenthal Deutschland. Heine würdigte in ihrer Laudatio den innovativen und praxiswirksamen Charakter der drei Preisträgerprojekte und gratulierte den Teams herzlich: „Besonders freut mich, dass die drei Projekte das Potenzial haben, über ihre eigene Region hinaus zu wirken und somit mittel- und langfristig zu einer Verbesserung der Palliativversorgung in der Breite beizutragen. Genau das möchten wir mit dem Preis erreichen“, sagte Heine.

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, betonte in seinem Dank an die Stifter, wie sehr der Anerkennungs- und Förderpreis in den elf Jahren seit Festschreibung des Rechts auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Jahr 2007 zur Entwicklung der ambulanten Palliativversorgung in Deutschland beigetragen habe.

Veröffentlicht seit:  07.09.2018