Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

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Förderpreis für ambulante Palliativversorgung

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V., Berlin –
Stifter: Grünenthal GmbH, Aachen

Mit der im Dezember 2007 veröffentlichten Richtlinie zur Verordnung von spezialisierter Palliativversorgung wurde der Startschuss für einen flächendeckenden Ausbau der Strukturen in Deutschland gegeben. Auf dieser Grundlage werden in Deutschland neue Palliativnetze entstehen, die auf dem Engagement und der Zusammenarbeit von Palliativärzten, Hausärzten, Pflegediensten und weiteren Gruppen basieren.

Seit 2008 verleiht Grünenthal zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin den Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung. Die eingereichten Projekte sollen einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung darstellen und über den eigenen Bereich hinaus wirken. Der Nachweis dazu muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Arbeiten können von allen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen eingereicht werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Ausschreibung 2018

Förderpreis für ambulante Palliativversorgung 2017

v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Gerhild Becker, Dr. Christiane Weck, Dr. Stefan Lorenzl, Kai Martens, © Münster View – Heiner Witte v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Gerhild Becker, Dr. Christiane Weck, Dr. Stefan Lorenzl, Kai Martens, © Münster View – Heiner Witte

1.Preis:
Prof. Dr. Stefan Lorenzl, Dr. med. Christiane Weck: Entwicklung eines telemedizinischen Systems zur Unterstützung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgungs (SAPV)-Teams in Bayern

Gerade in der Neurologie gibt es viele Erkrankungen, die in ihrer Endphase einer palliativen Betreuung bedürfen. Es handelt sich dabei überwiegend um neurodegenerative Erkrankungen. Ziel der Studie war es, mittels Telemedizin eine neuropalliative Expertise mit den SAPV-Teams zu verknüpfen, um diese bei den oft komplexen Fragestellungen bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen zu unterstützen, Krankenhauseinweisungen zu verhindern und die Lebensqualität der Patienten und der Angehörigen zu verbessern. Die Arbeit wird als sehr innovativ beschrieben. Sie setzt auf den Fokus Technikentwicklung in der ambulanten Palliativversorgung und ist somit zeitgemäß und notwendig. Das Projekt wird insgesamt als hoch innovativ und preiswürdig bewertet

v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Gerhild Becker, Rebecca Jütte, Dipl.-Psych. Maximiliane Jansky, Prof. Dr. Bernd Alt-Epping, Kai Martens, © Münster View – Heiner Witte v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Gerhild Becker, Rebecca Jütte, Dipl.-Psych. Maximiliane Jansky, Prof. Dr. Bernd Alt-Epping, Kai Martens, © Münster View – Heiner Witte

1.Preis:
Rebecca Jütte, Prof. Dr. med. Bernd Alt-Epping, Prof. Dr. med. Friedemann Nauck, Dipl.Psych. Maximiliane Jansky, Dr. disc. Pol. Gabriella Marx, Bianca Radnai M.A.: Implementierung von Palliative Care in einer Wohngruppe für schwerstkranke Menschen mit Behinderung - Konzeption und Evaluation einer InhouseSchulung

Auf Bitte eines Trägers der Behindertenhilfe entwickelten zertifizierte Kursleiter der Mildred Scheel Akademie Göttingen ein Inhouse-Schulungskonzept , mittels dessen alle 120 Mitarbeiter der Einrichtung in den Grundlagen von hospizlicher und palliativer Versorgung vor Ort geschult werden sollen. Der erste Durchlauf auf der Basis des Schulungscurriculums wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich der Klinik für Palliativmedizin evaluiert. Diese Arbeit widmet sich einer speziellen Gruppe von Patientinnen und Patienten, die noch nicht ausreichend im Fokus der ambulanten Palliativversorgung steht und daher ist sie wegweisend und innovativ. Das Projekt bzw. die Arbeit ist aktuell und methodisch sehr gut.

v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Gerhild Becker, Frank Gunzelmann, Dr. Gülay Ates, Dr. Birgit Jaspers, Sarah Wiefels, Kai Martens, © Münster View – Heiner Witte v.l.n.r.: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Gerhild Becker, Frank Gunzelmann, Dr. Gülay Ates, Dr. Birgit Jaspers, Sarah Wiefels, Kai Martens, © Münster View – Heiner Witte

1.Preis:
Sarah Wiefels, M.Sc., Martina Kern, Dr. phil. Felix Grützner, Frank Gunzelmann, Gülay Ates, Mag. rer. soc. oec., Dr. rer. medic. Birgit Jaspers, Prof. Dr. med. Lukas Radbruch: Hospizkultur und Palliativversorgung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe in Nordrhein-Westfalen - Erhebung des Ist-Standes

Hospizkultur und Palliativversorgung in Einrichtungen der stationären Altenhilfe nachhaltig zu etablieren, ist seit einigen Jahren das Ziel vieler Initiativen und Projekte. Mit der Erhebung wurde untersucht, inwiefern wichtige Elemente dieser Etablierung bereits in den stationären Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden und welche Herausforderungen sich dabei stellen. Aus ihren Ergebnissen leiten die Autoren Implikationen für die Praxis ab. Die Arbeit wird durchwegs als sehr innovativ beschrieben. Sie widmet sich mit ihrem Fokus Langzeitpflege einem wichtigen und notwendigen Thema der ambulanten Palliativversorgung. Die Arbeit wird insgesamt als sehr hochwertig und preiswürdig beschrieben.

Kai Martens, Geschäftsleiter von Grünenthal Deutschland, nutzte die Verleihung, um angesichts des zehnjährigen Jubiläums des Anerkennungs- und Förderpreises eine positive Zwischenbilanz zu ziehen: „In den letzten zehn Jahren haben insgesamt 24 Projekte und knapp 100 Personen den Preis erhalten. Wenn man bedenkt, dass der Preis ursprünglich nur für je ein Siegerprojekt gedacht war, ist das eine sehr stolze Zahl! Ich hoffe, dass der Preis noch viele Jahre einen Beitrag leisten kann, um hervorragende, praxiserprobte Arbeiten zu fördern, die die palliative Versorgung der Menschen in Deutschland ganz unmittelbar verbessern.“

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, freute sich nicht nur über einen Preis für die Bonner Arbeitsgruppe, sondern zeigte sich vor allem beeindruckt von der Vielfalt, die in der ambulanten Palliativversorgung seit Festschreibung des Rechts auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Jahr 2007 entstanden ist und welche durch die Inhalte der drei Preise 2017 deutlich abgebildet wird. Sein besonderer Dank galt im zehnten Jahr der Preisverleihung den Stiftern, welche die Entwicklung der ambulanten Palliativversorgung kontinuierlich begleitet und mit dem jährlichen Preis unterstützt haben.