Schmerz: Unterschiede bei Mann und Frau

Wer ist schmerzempfindlicher?

Schmerzen sind ein komplexes und subjektives Gefühl. Sie werden von jedem anders wahrgenommen. Dennoch kann man einen Unterschied im Schmerzempfinden zwischen Männern und Frauen feststellen. Entgegen aller Behauptungen sind es die Frauen, die tendenziell schmerzempfindlicher sind. Das liegt vor allem an den Sexualhormonen sowie an sozialen und kulturellen Einflüssen.

Die Rolle der Hormone

Das Schmerzempfinden von Frauen wird durch das Hormon Östrogen beeinflusst. Östrogene steigern die Aufmerksamkeit und Aktivität des Nervensystems und somit die Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Das macht Frauen schmerzempfindlicher als Männer. Denn diese profitieren vom Sexualhormon Testosteron, das die Schmerzempfindlichkeit der Männer reduziert.

Doch wie können Frauen dann eine Geburt überstehen?

Hier kommt den Frauen ein zusätzlicher Mechanismus zur Hilfe: die Ausschüttung von Endorphinen. Endorphine sind körpereigene morphiumähnliche Stoffe, die schmerzhemmend wirken und bei einer Geburt in großen Mengen ausgeschüttet werden. Dies macht die Geburtsschmerzen erträglicher.

Soziale und kulturelle Einflüsse

Auch eine unterschiedliche Erziehung beeinflusst die Schmerzwahrnehmung von Männern und Frauen. In unzähligen Western ist uns gezeigt worden: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“. Dies ist nicht nur eine einfache Redewendung, sondern auch ein Ausdruck dafür wie eine Gesellschaft mit Schmerzen umgeht. Jungen werden meist dazu erzogen ihre Schmerzen nicht zu zeigen. So kommt es, dass Männer versuchen, den Schmerz so lange wie möglich zu ignorieren und einen Arztbesuch aufschieben. Frauen hingegen gehen mit ihren Schmerzen besser um. Sie entwickeln Bewältigungsstrategien und nehmen eher medizinischen Rat an.

letzte Änderung:  28.10.2010