Neue Perspektiven in der Schmerztherapie

Gemischte Schmerzen

In der Schmerztherapie wird zwischen nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen unterschieden. Bei vielen Krankheitsbildern treten gemischte Schmerzzustände auf, die sich nicht immer genau zuordnen lassen. In der Schmerztherapie spricht man dann von Mixed Pain. Obwohl das Konzept in der Theorie den meisten Ärzten bekannt ist, wird es bei den Therapieentscheidungen im Praxisalltag noch nicht konsequent umgesetzt. Typische Krankheitsbilder, bei denen es zu gemischten Schmerzzuständen kommen kann, sind z. B. Tumorschmerzen oder Rückenschmerzen.

Gemischte Schmerzsyndrome bedürfen einer differenzierten therapeutischen Strategie, die individuell auf den Patienten abgestimmt ist. Es ist wichtig, frühzeitig beide Schmerzkomponenten – die nozizeptive und die neuropathische – in der Therapie zu berücksichtigen. Nur so kann irreversiblen Chronifizierungen entgegengesteuert werden.

Die mechanismen-orientierte Schmerztherapie

Bisher hat man sich in der Schmerztherapie an dem WHO-Stufenschema orientiert. Experten fordern dagegen zunehmend eine Therapie, die sich an den Mechanismen des Schmerzes orientiert, denn die Schmerzursache darf bei der Wahl der Schmerztherapie und des Analgetikums nicht außer Acht gelassen werden. Die mechanismen-orientierte Schmerztherapie fragt nicht nur danach, ob der Schmerz chronisch oder akut ist. Sie bezieht außerdem die Frage nach der Schmerzart (nozizeptiv, neuropathisch oder gemischt) ein und orientiert sich an der Schmerzstärke. Jede Schmerztherapie muss an den jeweiligen Patienten ganz individuell angepasst werden, um eine deutliche Schmerzlinderung bei möglichst geringen Nebenwirkungen zu ermöglichen.

Die Initiative CHANGE PAIN®

CHANGE PAIN® richtet sich an alle Beteiligten rund um das Thema Schmerz – SchmerzpatientInnen, deren Angehörige, behandelnde ÄrztInnen, ArzthelferInnen und PflegerInnen. Die Versorgung von Schmerzpatienten hat sich in den letzten Jahren verbessert, trotzdem leiden allein in Deutschland rund 13 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Schmerzen werden oft zu spät behandelt. Patienten müssen ihre Schmerzen sehr lange aushalten, bis sie einen Arzt finden, der ihnen wirklich weiterhelfen kann – dieser Leidensweg müsste in vielen Fällen nicht sein.

Die internationale Initiative CHANGE PAIN® hat sich zur Aufgabe gemacht, die bisherige Schmerztherapie zu optimieren und die Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von Schmerzpatienten zu lenken. Hierfür möchte CHANGE PAIN® alle Betroffenen und Beteiligten zusammenführen und gemeinsam mit ihnen Defizite ermitteln und Lösungen in der Schmerztherapie anbieten – und das so individuell wie möglich!
Weitere Informationen unter www.change-pain.de.