Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

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Förderpreis für ambulante Palliativversorgung

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V., Berlin –
Stifter: Grünenthal GmbH, Aachen

Mit der im Dezember 2007 veröffentlichten Richtlinie zur Verordnung von spezialisierter Palliativversorgung wurde der Startschuss für einen flächendeckenden Ausbau der Strukturen in Deutschland gegeben. Auf dieser Grundlage werden in Deutschland neue Palliativnetze entstehen, die auf dem Engagement und der Zusammenarbeit von Palliativärzten, Hausärzten, Pflegediensten und weiteren Gruppen basieren.

Seit 2008 verleiht Grünenthal zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin den Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung. Die eingereichten Projekte sollen einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung darstellen und über den eigenen Bereich hinaus wirken. Der Nachweis dazu muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Arbeiten können von allen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen eingereicht werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Förderpreis 2015

Auf dem Foto zu sehen von links nach rechts:
Prof. Dr. Gerhild Becker, Jurypräsidentin des Anerkennungs- und Förderpreises für "Ambulante Palliativversorgung", Kai Martens, Geschäftsleiter Grünenthal Deutschland, Preisträger Dr. Georg Bollig und Nadine Kuklau,
Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Fotograf: © Jürgen Hofmann

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum achten Mal den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung“ verliehen. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet. Im Rahmen des Mitgliedertages der DGP in Mainz nahmen die beiden Preisträger Dr. Georg Bollig und Nadine Kuklau die Auszeichnung entgegen.

Die Bewertungsjury der DGP unter Leitung von Prof. Dr. Gerhild Becker kam zu dem Ergebnis, dass entlang der Kriterien Relevanz, Originalität, Realisierung und Qualitätssicherung in diesem Jahr ein Projekt aus den neun eingereichten Arbeiten besonders herausragte:

1. Preis:
„Der Letzte Hilfe Kurs – ein Angebot zur Verbesserung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung durch Information und Befähigung von Bürgerinnen und Bürgern“ Preisträger/Autoren: Dr. med. Georg Bollig, Dipl.-Soz. Päd. Nadine Kuklau

Die prämierte Arbeit stellt eine Pilotstudie eines neuen Kurskonzeptes mit ersten Erfahrungen in Deutschland vor. Die Kurse bieten Möglichkeiten zum offenen Gespräch über die Themen Tod, Sterben und Begleitung am Lebensende mit dem Ziel, Grundlagenwissen über Palliativversorgung zu vermitteln und zu mitmenschlichem Umsorgen bedürftiger Menschen zu ermutigen. Ab Herbst dieses Jahres ist die Ausbildung von Kursleitern geplant. Weitere Angebote des Letzte Hilfe Kurses sowie eine internationale wissenschaftliche Begleitung der Kurse werden angestrebt. Die Arbeit zeigt den Versuch einer Begleitforschung und stellt den Ansatz zivilgesellschaftlicher Perspektive in den Focus ihrer Untersuchung.

In seiner Laudatio würdigte Kai Martens, Geschäftsleiter Deutschland der Grünenthal GmbH, den innovativen Charakter des Projekts, das sich nicht nur an medizinisches oder pflegerisches Fachpersonal, sondern ganz bewusst an die breite Bevölkerung richte. Indem der „Letzte Hilfe“- Kurs jedem Interessierten Grundlagenwissen zur Sterbebegleitung vermittle, könne er viele Menschen befähigen und motivieren, ihren Angehörigen ein würdevolles Sterben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen – ein Wunsch, den die meisten von uns haben und der doch bislang viel zu selten Realität wird.

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, hob bei der Preisübergabe insbesondere das kontinuierliche Engagement der Stifter hervor, mit deren Hilfe die Entwicklung der Palliativmedizin im ambulanten Bereich in den vergangenen Jahren deutlich vorangetrieben werden konnte . „Jeder Mensch mit einer schweren lebensbegrenzenden Erkrankung muss sich darauf verlassen können, auch zuhause Zugang zur ambulanten Palliativ- versorgung zu haben, in welcher Form und wann immer er diese benötigt. Eine entsprechende palliativmedizinische Begleitung ist aber ohne die intensive Unterstützung der Angehörigen undenkbar.“