Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

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Förderpreis für ambulante Palliativversorgung

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V., Berlin –
Stifter: Grünenthal GmbH, Aachen

Mit der im Dezember 2007 veröffentlichten Richtlinie zur Verordnung von spezialisierter Palliativversorgung wurde der Startschuss für einen flächendeckenden Ausbau der Strukturen in Deutschland gegeben. Auf dieser Grundlage werden in Deutschland neue Palliativnetze entstehen, die auf dem Engagement und der Zusammenarbeit von Palliativärzten, Hausärzten, Pflegediensten und weiteren Gruppen basieren.

Seit 2008 verleiht Grünenthal zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin den Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung. Die eingereichten Projekte sollen einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung darstellen und über den eigenen Bereich hinaus wirken. Der Nachweis dazu muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Arbeiten können von allen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen eingereicht werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Ausschreibung 2017

Förderpreis 2016

von links nach rechts:
Prof. Dr. Lukas Radbruch, Franziska Salomon, Franziska Scholz, Christina Gann, Dr. Bernd-Oliver Maier, Erika Koch, Dr. Hans Dworzak, Myriam Heine.
© M. Schroer

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum neunten Mal den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung" verliehen. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet. Im Rahmen des 11. Kongresses der DGP in Leipzig nahmen am 10. September drei Preisträger die Auszeichnung entgegen.

Als preiswürdig erwiesen sich nach Bewertung der DGP-Jury unter Leitung von Prof. Dr. Gerhild Becker in diesem Jahr drei der 13 eingereichten Arbeiten. Entlang der Bewertungskriterien Relevanz, Originalität, Realisierung und Qualitätssicherung wurden zwei gleichwertige zweite Preise und ein erster Preis vergeben.

1. Preis:
Josef Hell/Sabine Brantner: „Integrierte Hospiz- und Palliativversorgung im Landkreis Mühldorf am Inn - „Zeitintensive Betreuung". Modellprojekt zur Unterstützung der Allgemeinen Palliativversorgung
Die Arbeit beschreibt in einem Gesamtkonzept von Hospiz- und Palliativversorgung Leistungsbereiche für die sektorenübergreifende Vernetzung unterschiedlicher Landkreise. Perspektivisch soll die notwendige zeitintensive Betreuung von Patienten durch weitere Vernetzung der Primärversorger und Stärkung früh-zeitiger Integration palliativer Versorgung befördert werden. Hervorragend gelungen ist aus Sicht der Jury die Darlegung von Herausforderungen, die mit diesem Modell für die ambulante Praxis verbunden sind.

2. Preis:
Daniela Gorke, Dirk Wingertszahn, Christina Gann, Andrea Belgutay, Jan Gramm, Bernd Oliver Maier: "Schwerkranke Menschen begleiten und unterstützen"
Eine Seminarreihe für Angehörige Dieses Pilotprojekt des St. Josefs Hospitals Wiesbaden dient dem Ziel der Entwicklung und Durchführung einer bedürfnisorientierten psychoedukativen Seminarreihe für Angehörige palliativer Patienten.
Mithilfe einer systematischen Literaturrecherche wurden der aktuelle Forschungsstand zu empirisch erhobenen unerfüllten Bedürfnissen von Angehörigen palliativer Patienten ausgewertet und bereits untersuchte Interventionen für Angehörige in Bezug auf ihre Wirksamkeitsfaktoren betrachtet. Die Jury bewertet das Projekt als besonders gelungenen Theorie-Praxis-Transfer, mit dem eine hohe Praxisrelevanz und überregionale Übertragbarkeit verbunden ist.

2. Preis:
Franziska Salomon/ Franziska Scholz: „Am Lebensende zu Hause sein". Überleitungsmanagement aus dem Krankenhaus in die spezialisierte ambulante Palliativversorgung.
Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurden mithilfe von Expertenbefragungen Chancen und Heraus-forderungen im Überleitungsmanagement von palliativen Patienten mit einem Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dargestellt. Bestehende regionale Versorgungs-strukturen in Berlin wurden dem angrenzenden Brandenburger Umland gegenübergestellt und Umsetzungshindernisse in der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit aufgezeigt. Resümierend werden sieben Handlungsfelder als Grundlage für die Verbesserung der Patientenüberleitung in die Häuslichkeit vorgestellt. Die Arbeit weist durch ihren multidisziplinären Schwerpunkt eine hohe Praxisrelevanz auf.

Myriam Heine, Medical Director des Geschäftsbereichs Deutschland der Grünenthal GmbH, gratulierte den drei Preisträgerteams im Namen Grünenthals und zeigte sich beeindruckt von der erneut hohen Qualität der eingereichten Arbeiten: „Die Tatsache, dass der eigentlich für nur einen Preisträger gedachte Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung" in diesem Jahr auf drei Bewerberteams aufgeteilt wird, zeigt, wie überzeugend das Gros der eingereichten Bewerbungen erneut war. Ich freue mich, dass nun gleich mehrere hochengagierte und kompetente Teams das erfahren, was der Preis erreichen möchte: Anerkennung und Förderung!"

„Mit diesem Förderpreis möchten wir auch gerade junge Forscherinnen und Forscher ermutigen, ihre Arbeit einzureichen", betonte Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, der sich erfreut darüber zeigte, dass auch zwei Autorinnen einer Bachelorarbeit ausgezeichnet werden konnten. Radbruch dankte bei der Preisübergabe insbesondere für die verlässliche und wertvolle Unterstützung der Stifter seit bald zehn Jahren, mit deren Hilfe die Fortentwicklung der Palliativmedizin im ambulanten Bereich in den vergangenen Jahren deutlich gefördert werden konnte.